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cool…was man so auf flickr findet: ein findiges Mitglied hat einen alten Artikel aus dem Esquire Magazine eingescannt - aus dem Jahr 1964. Dort werden junge Männer für den Job des Bibliothekars geworben Putzig
Hier sind die Links: http://www.flickr.com/photos/hewink/3288925906/ und reingezoomt - zum Lesen:
… oder doch ein (trauriger) Erfahrungswert? In “WeltOnline” schreibt der Blogger Gideon Böss etwas über einen Besuch in einer Bibliothek.. und das liest sich in Auszügen so:
Der gesamte Text ist durchaus lesenswert — gehört diese Spezies der Bibliothekare/innen doch (spätestens in der Zukunft) längst der Vergangenheit an.
In Edinburgh heißen Bibliothekare nicht mehr einfach nur “Bibliothekare” — nein… dort wird man fit gemacht… für die Zukunft: aus dem Bibliothekar wird der “Audience Development Officer”. Damit sollen die “Buchstempler” ins 21. Jahrhundert geholt werden und den muffigen Charme von Jahrhunderten verlieren.
Bleibt abzuwarten, wie zügig im Sprachgebraucht vom “muffigen” Bibliothekar zu “Leserschaft-Entwicklungsbeamten”gewechselt wird. Lesenswert sind auch die zahlreichen Kommentare zu diesem Artikel. Quelle:
Dank der versierten und bekannt seriösen Hilfe von RTL werden jetzt ja reihenweise die Landwirte der Nation fachkundig beweibt. Bei „Bauer sucht Frau“, der Kuppelshow direkt aus dem Stall, suchen alleinstehende Landwirtssöhne eine Frau, irgendeine. Die wenig telegenen Landmänner stellen sich meist nicht wenig plump an und vermitteln eher den Eindruck, als würden sie auf einer Viehaktion eine Milchkuh ersteigern und nicht um eine mögliche Partnerin werben. Es wird mich nicht wundern, wenn in einer der nächsten Sendungen so ein Kuhstallsingle eine Kandidatin unvermittelt am Kopf packt und ihr mit beiden Händen den Mund aufreißt, um die Beschaffenheit ihrer Zähne zu kontrollieren. Ich weiß nicht, ob man nun Mitleid mit den ledigen Landwirten haben sollte oder sich eher über ihre rohe Unbeholfenheit amüsieren. Man muss sich nämlich fragen, ob das tatsächlich Flirten sein soll, wenn er vom laufenden Trecker herunter ein paar Anweisungen mault oder doch eher die Suche nach einer kostenlosen Arbeitskraft, die natürlich auch kochen und waschen können muss und auch na, Sie wissen schon. Zwei-, dreimal die Woche würde ja schon reichen… waschen und kochen natürlich täglich. Es wäre aber nicht fair nur über die spleenigen Landeier auf Brautschau zu frotzeln. Die Vorstellungen, mit denen so manch naiv gestricktes Frauenzimmer in Stöckelschuhen und voller Kriegsbemalung vorm Misthaufen steht und noch nie so einen großen Haufen Scheiße gesehen hat, außer im Nachmittagsprogramm von RTL vielleicht, lassen an der Existenz von Grips unter der überkandidelten Frisur doch stark zweifeln. Frühstück im Heu oder Ausflüge auf dem Pferderücken gibt´s eben doch nur auf Immenhof; liebe Grüße von Dick und Dalli. Sollte die Dame sich doch schon als glücklich schätzen, wenn die unvermeidlich mit im selben Haus wohnende griesgrämige Mutter in Kittelschürze und unterm Kinn festgezurrten Kopftuch sie nicht schon nach einer halben Stunde vom Hof knüppelt. Genau diese Mütter dulden nämlich keinen Widerspruch oder Nachfragen, wenn in Mundart Anweisungen gebellt werden, wie der Sohn nach getaner Arbeit zumindest kulinarisch zu beglücken sei. Aber halt, nicht alle Agrarökonomen sind verklemmte Vollspaten, das muss hier mal gesagt werden und die Ledigenquote wird bei Bauern nicht viel höher liegen als bei anderen Berufsgruppen. Es gibt doch Berufsgruppen, denen viel offensichtlicher das Prädikat „absolut unsexy“ anhaftet. Wie zum Beispiel den Lehrern, die sich aber fast durchweg damit behelfen, dass sie einfach ihre Kolleginnen wegheiraten. Daher kommen auch die ganzen doppelten oder Doppelnamen an den Schulen. Die ärmsten Säue aber und größten Katastrophen in Beziehungsangelegenheiten sind die Angehörigen einer Berufsgruppe, die viele bereits für ausgestorben halten und eher als Scherz ansehen, wenn man sie auf Nachfrage nennt. Wenn ein Metier dringend der Hilfe einer Fernsehsendung zur Beweibung bedürfe, dann ist es zweifelsohne das der durch wenig Vorschusslorbeeren ausgestatteten Bibliothekare. Hoffnungsvolle Partygespräche finden ihr schnelles Ende, wenn beispielsweise solche Frauen, die sich laut Selbstauskunft gerade „beruflich orientieren“, aber am liebsten irgendwas mit Werbung machen würden, mitbekommen, dass man eben so einer ist, beim sofortigen Weggehen und ohne eine Antwort abzuwarten, sagen: „Das ist irgendwas mit Büchern, oder?“ Ja, genau. So schnell kann man gar nicht „Leihfristüberziehung“ sagen, wie man alleine stehen gelassen wird. Es geht aber auch direkter. Ich wurde einmal gefragt, was ich denn so beruflich machen würde. Ich holte tief Luft und erklärte recht feierlich: „Ich bin Bibliothekar!“ Mit dem Gefühl soeben den Oscargewinner verkündet zu haben, erwartete ich eine entsprechende Reaktion. Die Antwort war ungewöhnlich, aber eindeutig: „Aha, das ist ja auch langweilig, ne!“ Tja, was sollte ich da erwidern? Ich wahrte Fassung, nur innerlich traf mich eine Abrissbirne. Ich nickte einfach und stimmte ihr zu. Wahrscheinlich ist es nur mein persönliches Glück, dass ich die Partnerwahl vor der Berufswahl klären konnte. Fragt mich heute eine, sage ich stets nur noch „Irgendwas mit Büchern…“ und warte auf den Tag, an dem die erste Folge von „Bibliothekar sucht Frau“ im Fernsehen kommt.
Ich fiel fast vom guten Glauben ab, als ich kürzlich las, dass der FC Bayern jetzt eine eigene Bibliothek haben soll. Ich rieb mir verwundert die Augen und ohrfeigte mich bis kurz vor die Bewusstlosigkeit, aber es stimmte anscheinend tatsächlich, denn die Schlagzeile blieb, nur die Farbe meiner Wangen hatte sich geändert. Nun gut, ich will mich hier nun nicht als Fachmann aufspielen, aber ein bisschen Ahnung hab ich schon von diesem Büchereikram, denn tagsüber bin ich von Berufs wegen Bibliothekar. |
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